Freiwilligeneinsatz als Zivildienstersatz: Offener Brief an Innenminister

Freiwilligeneinsätze im ESK werden leider noch immer nicht als Zivildienstersatz anerkannt. Jetzt werden junge Männer selbst aktiv und richten sich in einem offenen Brief an den Innenminister und die Jugendministerin.

Immer wieder haben uns im letzten Jahr Anfragen erreicht, ob ein Freiwilligeneinsatz im Europäischen Solidaritätskorps (ESK) auch als Zivildienstersatz anerkannt wird, wie es bis vor einem Jahr beim „Europäischen Freiwilligendienst“ im EU-Jugendförderprogramm „Erasmus+ Jugend in Aktion“ der Fall war. Dies ist bisher leider noch nicht möglich – nicht, weil sich die Projekte verändert haben, sondern weil aufgrund einer Umstrukturierung die Freiwilligeneinsätze ins ESK „gewandert“ sind, muss das entsprechende Gesetz angepasst werden, um die Anerkennung weiterhin zu erlauben.

Wir als Nationalagentur bedauern sehr, dass die Freiwilligeneinsätze derzeit nicht anerkannt werden und wünschen uns, dass junge Männer weiterhin die Möglichkeit haben, auf diese Art an der europäischen Solidarität mitzuarbeiten. Aus ganz Europa kommen kontinuierlich Freiwillige nach Österreich und unterstützen im Gegenzug hier entsprechende Projekte – dieses System funktioniert nur auf der Basis einer solidarischen Gegenseitigkeit.

Wir als Nationalagentur und auch die Bundesjugendvertretung versuchen schon seit Längerem, auf eine entsprechende Gesetzesänderung hinzuwirken. Jetzt sind jetzt auch junge Betroffene aktiv geworden und wenden sich in einem offenen Brief direkt an den Innenminister und die Jugendministerin, um sie auf die noch ausständige Gesetzesnovellierung aufmerksam zu machen. DerStandard berichtet.

Im offenen Brief begründen sie ihre Forderung nach der Anerkennung als Zivildienstersatz so:

„Unserer Meinung nach ist es von größter Wichtigkeit, dass die Möglichkeit als Zivildienstersatz beibehalten wird. Nicht nur wird es jungen Männern ermöglicht, auf unkomplizierte Weise Auslandserfahrungen zu sammeln und diese vielschichtige Bereicherung nach Österreich zurückzubringen, sondern auch, an einem solidarischen Europa, an der europäischen Idee selbst, aktiv mitzuarbeiten. Kaum ein anderes Projekt in Europa erlaubt regeren interkulturellen Austausch.

Da auch im Gegenzug laufend Freiwillige nach Österreich kommen, die sich hier in verschiedensten Projekten engagieren und einen Mehrwert für die lokale Gemeinschaft darstellen, sollte diese Möglichkeit gefördert werden, anstatt eine weltoffene und europäisch denkende Jugend auf einen Dienst in Österreich zu beschränken.“

zum offenen Brief

Update (27.1.2020): Ein weiterer Artikel vom Standard berichtet über Christoph Kircher, einen jungen Mann, der selbst betroffen ist und nun seine Zukunftspläne für nach dem Schulabschluss neu überdenken muss.