„Erstaunlicherweise war die Sprache nie ein Hindernis in der Beziehung zu den Kindern“

Freiwilligeneinsatz von Miriam in Wien


Der Freiwilligeneinsatz von Miriam aus Spanien war voll von wertvollen, interessanten und lustigen Momenten – für sie selbst, die Kinder und das Team der Kindergruppe Giraffenland.

Einsatzstelle: Kindergruppe Giraffenland
Ort: Wien

 

Erfahrungsbericht von Miriam:

„Hier sitze ich an meinem Computer und denke über dieses Jahr und die Zeit in meinem Projekt und in der Stadt Wien nach. Ich erinnere mich, dass ich einige Tage vor meiner Abreise auf Instagram gepostet habe: „Und hier beginnt mein Abenteuer für dieses Jahr. “ und oh ja, das war es wirklich.

Seit dem ersten Tag fühlte ich mich von allen Leuten in meinem Projekt sehr willkommen geheißen. Sie kümmerten sich um mich und sorgten dafür, dass ich mich auf jedem Schritt des Weges unterstützt fühlte. Wenn ich Leute sage, meine ich die anderen Betreuerinnen, alle Eltern und natürlich meine 14 „neuen Kinder“.

Ich hatte das Gefühl, mich sofort mit den meisten Kindern zu verbinden, und das war schon immer eins meiner größten Ziele. Ich muss sagen, dass es wirklich herzerwärmend ist, wenn man in einem fremden Land so viele Umarmungen von diesen „kleinen Erwachsenen“ bekommt (wie ich sie gerne nenne).

Ich habe so viel von ihnen gelernt und ich werde für immer erstaunt sein über die Geduld, die sie mit mir und meinem Deutsch hatten. Ich spreche Deutsch, aber natürlich lerne ich noch und mache immer noch viele Fehler, aber erstaunlicherweise war die Sprache nie ein Hindernis in meiner Beziehung zu ihnen war. Aber ganz ehrlich, damit die Dinge fair sind, dachte ich, sie sollten auch etwas Spanisch lernen … Und das taten sie! Ich liebe es einfach, wenn sie zu mir kommen und zu mir Dinge wie „feliz navidad“, „hola“, „choca esos cinco“ oder „por favor“ sagen. Ich kann die Freude, die mir das bringt, wirklich nicht beschreiben!

aber dann … kam Corona!

Alles lief wirklich gut, aber dann … kam Corona. Ich war vier Tage lang bei meiner Familie in Spanien, als angekündigt wurde, dass die Grenzen geschlossen werden. Ich habe es nicht rechtzeitig zurückgeschafft.

Ich hatte ein bisschen Angst, dass die Kinder mich vergessen würden oder dass ich es gar nicht mehr zurück nach Österreich schaffen würde, aber trotzdem arbeitete ich immer noch von zu Hause aus und schickte ihnen einige Übungen und Geschichten, und zum Glück schafften wir es sogar, eine Skype-Session zu machen – und ich war auch mit einigen Eltern über WhatsApp in Kontakt.

Jetzt bin ich seit einem Monat wieder in Österreich und sehe das Ende meines Projekts näherkommen. Man sagt, dass man die Bedeutung eines Moments erst dann begreift, wenn er zu einer Erinnerung wird. Und hier bin ich und erlebe gerade meine letzten Tage in der Kindergruppe. Tage, die ich vermissen werde und beim Abschied von denen ich sehr traurig sein werde, aber ich freue mich auch darauf zu sehen, welche neuen Abenteuer die Zukunft für mich bereithält … “
– Miriam Román Porro

 

Und wie war es für die Eltern und das Team?

​“Miriam war eine so engagierte und liebe Freiwillige, die für Nikolas während der Eingewöhnung, aber auch später noch, unentbehrlich wurde! Ohne ihr hätte sich Nikolas nicht so schnell so wohl in der Kindergruppe gefühlt (vor allem die Bagger, die sie auf die Glastür gezeichnet hat, haben dabei sehr geholfen ;)) und dafür sind wir dankbar! Nikolas wird sie vermissen!“

– Jagna M.

„Eines Tages begann Matti (3) damit, statt ‚Bitte‘ etwas ganz anderes zu sagen. Und zwar: ‚Bolfaroll‘. Klang natürlich lustig, anzufangen wussten wir damit aber nichts. Bis uns Miriam von einem morgendlichen Ritual erzählte: Sie gönnte sich zum Frühstück immer ein Schokomüsli. Und Matti wollte mitnaschen. Das durfte er aber nur, wenn er ‚Bitte‘ sagte… auf Spanisch! Und so wurde aus ‚Por favor‘ dann eben ‚Bolfaroll!'“

– Armin G.

„Die Organisation rund um eine ESK-Freiwillige hat es schon in sich, aber man merkt jeden Tag, wie die Kinder und das Leben in der Kindergruppe dadurch bereichert werden. Die Kinder tauchen Jahr für Jahr in andere Kulturen und Sprachen ein und lernen dabei auch, wie man sich ohne Worte verständigt. Das ist toll mitzuerleben und die ganze Arbeit wert!

– Katriina J.

„Ein wunderbares Jahr mit unserer Miriam geht zu Ende. Ich erinnere mich an die ersten Momente mit Miriam im Giraffenland: Sie war sofort da, sofort in der Gruppe, ohne jegliche Berührungsängste und trotzdem mit wunderbarem Gespür für den Moment. Zurückhalten oder präsent sein, beobachten oder eingreifen – ihr war ganz klar, was es brauchte. Besonders für die ganz jungen Kinder war sie von Anfang an die Hauptbezugsperson und damit unglaublich wichtig in der gesamten Eingewöhnungsphase und weit darüber hinaus. Sie unterstützte uns großartig und sehr eigenständig im Kindergruppenalltag, sah, wo und wie sie gebraucht wurde. Ihre offene, herzliche und liebevolle Art machte es ihr leicht, nicht nur rasch Zugang zu den Kindern zu bekommen und zu uns, ihren Kolleginnen – sie war auch für die Eltern eine wichtige Ansprechperson. Danke, Miriam für diese unvergessliche Zeit mit Dir!“

– Viviane (Betreuerin)

zum Originalbericht inkl. englischer Originalversion von Miriams Erfahrungsbericht